Archiv

Artikel Tagged ‘Netiquette’

Gefangen im Ebay-Monopolisten-Moloch

15. Mai 2011 1 Kommentar

Vorgestern erreichte mich eine Email von Ebay in dem Sie deftige Preissteigerungen um bis zu 70% für Privatkunden zum 13. Juni 2011 ankündigen. Natürlich alles unter dem Deckmantel der Preisvereinheitlichung. Dies ist meiner Meinung mehr als dreist. Bekommt man keinen wirklichen Gegenwert für die angekündigte Gebührensteigerung. Ich habe da meine eigene Theorie und denke, dass Ebay versucht die Privatkunden nun endgültig los zu werden.

Moment, Privatkunden loswerden um jeden Preis gab es das nicht schon mal? Ja, damals bei der Deutschen Bank! Die hatte vor einigen Jahren die unbequemen Privatkunden mit allen Mitteln rausgeekelt. Die Begründung damals war, das sich mit Privatkunden viel weniger Geld machen lässt, als mit Gewerbekunden. So verließen die Privatkunden in Scharen die Bank und fanden sich in der neu gegründeten Postbank wieder, deren Kerngeschäft das Privatkundengeschäft war. Dann kam die Krise, die Gewerbekunden mussten sparen und die Bank bekam Liquiditätsprobleme. Doch warum? Weil der Kapitalstock der Kleinsparer nicht mehr da war. Das Ende vom Lied war, dass die Deutsche Bank einige Jahre später für richtig viel Geld die Postbank (und damit deren Privatkundenstock) kaufen musste.

Nun ist Ebay nicht die Deutsche Bank. Doch eines ist heute im Informationszeitalter klarer denn je. Viele IT-Unternehmen sind heute bestrebt die Konsumenten stärker anzusprechen. Seien es Microsoft, Facebook, Google oder Apple. Denn diese Unternehmen haben erkannt, dass zu Hause genutzte Technologien, später vom Konsument geforderte Technologie im Unternehmen darstellt. Die Mitarbeiter in den Unternehmen haben einen immer stärkeren Einfluss auf die vom Unternehmen getätigten Kaufentscheidungen.

Des weiteren tut auf lange Sicht eine Monopolstellung nicht gut. Man bleibt auf einer Stelle stehen, wird träge und erhöht aus Langeweile kontinuierlich die Preise. Microsoft musste dies beispielsweise schmerzlich im Mobilfunk- und im Browsermarkt lernen. Ebay entwickelt sich so jedenfalls zur Deutschen Bahn des Internets.

Ich für meinen teil werde meinen noch zu verkaufenden Plunder ab dem 13. Juni 2011 entweder auf Amazon.de oder auf anderen Plattformen verkaufen. Es ist der Zeitpunkt dem Quasi-Monopolisten in die Schranken zu weisen. Wenn die Großen des Internets jetzt schnell schalten, können sie jetzt die Marktmacht von Ebay brechen. Die Zeit dafür ist reif.

Troll dir einen!

9. Dezember 2009 Keine Kommentare

Ich habe eben einen interessanten Artikel bei Sascha Lobo gelesen, der über die Spezies Troll (und ein wenig über die schwindende Netiquette) gebloggt hat. Seit seiner Vodafonekampagne sind die Gemüter auf Seiten der vorhandenen Trollpopulation doch etwas erhitzt gewesen und einige machen seit kurzem wohl sogar im wahren Leben vor der nächtlichen Haustüre nicht mal mehr halt (was mich an sich wundert ich dachte die wären alle Wirklichkeitsscheu). Ein an für sich beunruhigender Zustand.

Ich habe selber ja vor einigen Monaten über die schwindende Netiquette berichtet und es ist mir unbegreiflich warum manche Menschen so weit gehen. Das Trollen irgendwann mal zur Bedrohung werden kann hätte der gemeine Unreal Tournament-Spieler damals nicht erwartet.

Sascha Lobo hat unter anderem auch über das sogenannte Trollforum im deutschsprachigen Raum geschrieben. Er selber wollte den Namen nicht nennen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, welches er meint. Das Heise-Forum natürlich! Nirgendwo sonst wird so viel Non-Sense und Schwachsinn geschrieben. Wirkliche fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema findet in dem Forum nicht (wirklich) statt. Alleine der allgemeine Ausspruch in vielen anderen Foren: “Troll bei Heise” spricht an sich schon Bände.

Ich habe da so meine eigene Theorie, ich denke es wird versucht etwas zu kompensieren. Weiter will ich jedoch nicht ausholen, das ist nicht mein Studiengang, das überlasse ich den Psychologen und Psychiatern.

Für einen besseren Umgang mit Trollen und Ihren Eigenschaften habe ich natürlich noch einen recht witzigen Wiki gefunden. Und es gibt sogar schon einen Trollfilter als AddOn für den Firefox, den ich Euch auch nicht vorenthalten möchte: Greasemonkey!

Und vergesst nie dabei die golgende Regel: “Don’t feed the trolls!”

KategorienAllgemein Tags:

Die Netiquette liegt in der Ecke und heult! Mobbing = Demokratie?

12. August 2009 4 Kommentare

Ich habe lange überlegt, ob ich ein Thema zum Netzpolitik.org-Artikel über das Schäuble-Werbeplakat schreiben sollte oder nicht. Schließlich ist dieser Blog ja hier hauptsächlich ein Technik-Blog und kein Politik-Blog. Ich habe mich aber schlußendlich dafür entschieden über die heutigen Vorkommnisse zu schreiben:

Es begann mit einer Remixkampagne bei Netzpolitik.org in der das Wahlplakat der CDU mit Schäuble als Porträt welches in einem Wettbewerb unter den Netzusern satirisch verändert werden sollte. Nach der Remixkampagne hatte sich wiederrum die Fotographin gemeldet mit Hinweis auf Ihr Urheberrecht (was meiner Meinung ihr gutes Recht ist), woraufhin einige aus der Netzgemeinde sie diffamiert und auf das böseste angegriffen haben.

Ich persönlich finde es sehr bedenklich, wie viele aus dem Netz mit Ihrem Gegenüber umgehen als wären es nur Maschinen ohne Gedanken oder Gefühlen. Es verwundert mich immer wieder wie viele auf einmal Ihre, in der realen Welt gebildeten Scheuklappen, im Netz hemmungslos verlieren und einzelne Menschen mobben, diffamieren, persönlich angreifen und den Tod wünschen. Es werden im Xing-Netzwerk Wahlen manipuliert und Blogs von Menschen per DDos-Attacke abgeschossen, die in der neuen Vodafonekampagne Werbung machen.

Insbesondere die online stattfindende Wahlmanipulation über Skripting und Drittsoftware macht die Online-Wahlmöglichkeiten absolut unaussagekräftig und ich frage mich immer öfters, ob diejenigen, die per Skript Wahlmanipulation betreiben, auch im wahren Leben als Wahlhelfer noch ein paar mehr Wahlzettel heimlich in die Wahlurne schmeißen würden nur zur Erreichung des Zieles wegen!

Wenn wir so weit sind, ist die Netzgemeinde auch nicht besser als viele andere Diktatoren und Ihre Lakaien in Iran, Nordkorea oder Sudan. Man ist dann schon gar nicht besser als die Konservativen Betonköpfe von der CDU.

Richtig dagegen ist ein kritischer aber vor allen Dingen auch sachlicher Umgang in Diskussionen, vor allen Dingen im Internet. Liberal und basisdemokratisch sein zu wollen, bedeutet im übrigen auch Anderesdenkende zu respektieren.

Fangt bitte endlich an fair mit- und untereinander im Netz umzugehen! Lest euch die Netetuiquette auf der Wikipedia durch und beherzigt Sie! Hört auf Forentrolle zu füttern und fangt endlich an daran zu denken, dass auf der anderen Seite der Leitung ein Mensch aus Fleisch und Blut sitzt! Hört auf den Internetpranger als Demonstration gegen die Obrigkeit verkaufen zu wollen. Der Pranger war im Mittelalter auf den Marktplätzen deutscher Städte ein gefürchtetes Folterinstrument. Lasst Ihn dort und rettet Ihn nicht in das 21. Jahrhundert hinein.

Ich will diesen Artikel mit einem Zitat meiner Mutter schließen, den Sie mir oft als Kind gesagt und ich will fast sagen eingebläut hat: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu!“ 

So und nun dürft Ihr gerne mit mir sachlich darüber diskutieren. Euer Sascha

 

Update: Ich wollte nur noch eine kleine Anmerkung zu meinem bisher geschriebenen machen. Ich weiß dass nur ein prozentualer Anteil DDOS-Attacken, Wahlmanipulation etc. pp. betreibt und über die Stränge schlägt und ich noch weniger von denjenigen hier erreiche (und wenn ich mit diesem Artikel nur einen zum nachdenken angeregt habe, hat sich meiner Ansicht dieser Blogeintrag gelohnt). Mir ging‘ es hauptsächlich darum jeden einzelnen von Euch zum Nachdenken anzuregen und jeder sich selbst die Frage stellen sollte ob sein Verhalten richtig ist oder nicht. Man kann menschlich viel besser miteinander umgehen, wenn man zwar kritisch, aber fair bleibt.

KategorienPolitisches Tags: